DATEN & FAKTEN

Eingangsbauwerk Kirche Sankt Georg, Hebertshausen/Dachau

Architekten: Heim Kuntscher, München

Bauherr: Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen, Maßnahmeträger: Erzbischöfliches Ordinariat München

Bauunternehmen: Zechbau GmbH, NL München

MEVA Systeme: Wandschalung AluStar, Sonderkonstruktion 

Planung und Betreuung: MEVA Schalungs-Systeme, Haiterbach und NL München

 
 
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Projekt

Balanceakt zwischen Kreativität und technisch Machbarem

Komplexe Geometrien und hohe Anforderungen stellen die Abteilung Sonderkonstruktion bei MEVA immer wieder vor spannende Aufgaben – wie bei einer Kirchensanierung im oberbayerischen Dorf Hebertshausen

„Die Arbeit ist immer wieder spannend“, sagt Alexander Schmid mit Blick auf seine Monitore. Dort entsteht eine bunte 3-D-Vorlage für eine Sonderkonstruktion der speziellen Art. Für die Sanierung der Kirche St. Georg im malerischen Dorf Hebertshausen bei Dachau soll ein neues Eingangsbauwerk gebaut werden – direkt an der Kirchenmauer und in exponierter Lage am Steilhang.

Der Name sagt es schon: Die Abteilung „Sonderkonstruktion“ in Haiterbach ist sozusagen die technische Task Force für besondere Aufgaben. MEVA Gebietsleiter Andreas Scherzl nennt das Team rund um Leiter Jochen Moosmann aufgrund seiner besonderen Projekte die „Soko Haiterbach“. Zu Recht, schließlich werden hier die Visionen von Architekten und Bauherren ermöglicht, die vor einigen Jahren lediglich Ideen auf dem Reißbrett gewesen wären. Alexander Schmid: „Ohne die moderne 3-D-Planungstechnik wäre es früher gar nicht denkbar gewesen, so komplexe Projekte wie den neuen Eingang zur Kirche in Hebertshausen zu planen, geschweige denn diese Qualität umzusetzen.“ Ganz nebenbei spielten auch ganz praktische Überlegungen eine wichtige Rolle: Wie wird das Volumenmodell am besten in Knaggen und Schalhautunterbau zerlegt? Letztendlich muss auch die Schalungskonstruktion aus verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Stahl, Aluminium oder Kunststoff aus dem Computermodell konstruierbar sein.

Hochkomplexes Ensemble

Das Eingangsgebäude zur St. Georgskirche, deren Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurückgehen, ist Teil einer umfangreichen Sanierung und Neukonzeption des Kirchenstandortes bei Dachau. Allein schon die erhöhte Lage mit einem atemberaubenden Blick auf das Alpenpanorama stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Architekt Markus O. Kuntscher: „Das Areal ist ein Bodendenkmal und zudem herrscht an einem Friedhof das Gebot der Totenruhe – von daher mussten sämtliche gründungstechnischen Maßnahmen möglichst boden schonend und höchst minimal durchgeführt werden. Wir erreichten dies mittels einer Gründung durch Mikropfähle. Einen geometrisch komplexen Hochbau nun auf einzelne nadelspitze Mikropfähle in einer extremen Hangsituation wie in Hebertshausen zu setzen, ist schon sehr herausfordernd“, erläutert der Architekt und fährt fort: „Ein sehr hoher Grad an vermessungsund planungstechnischer Präzision ist Voraussetzung für den Erfolg.“ Wie bei der Konstruktion für die Sonderschalung galt es hier, das gesamte Stützwerk auf horizontale und vertikale Lasten abzusichern. In einem so steilen und engen Gelände eine echte Herausforderung. Auch die Stahlbau-Ingenieure bedienten sich moderner Computertechnik. Mithilfe eines 3-D-Geländeaufmaßes der geplanten Architektur und eines Berechnungsmodells konnten die  tahlbauquerschnitte und Verbindungen berechnet werden. Andreas Scherzl bestätigt: „So ein aufwendiges Betonbauwerk sehen wir auch nicht alle Tage. Gerade in Hebertshausen war die enge Abstimmung mit den Planern und dem Bauunternehmen Zechbau entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung.“

Hoher Planungsaufwand

„Mit dem strukturellen Entwurf der Sonderkonstruktion ist die Arbeit noch nicht erledigt“, sagt Alexander Schmid über die detaillierten Planungsarbeiten. „Ganz entscheidend bei so einer vielschichtigen Form ist die Stabilität der Konstruktion“, erklärt Sascha Singer, Statiker bei MEVA in Haiterbach, und ergänzt: „Bei diesem Projekt ging rein gar nichts mit Standardberechnungen. Da mussten wir viele Aspekte beachten.“ Der Fachmann aus Haiterbach teilte die Konstruktion in acht Teilabschnitte ein und berechnete diese einzeln auf die maximalen Horizontalund Vertikallasten. „Ich musste hier erst mal eine Methodik entwickeln. Das ist zwar ungewöhnlich, aber umso spannender“, sagt Singer. Es ging ja nicht nur um die Berechnung der Sonderkonstruktion an sich, sondern die Stabilität im Gesamtkonzept, die eng mit den Stahlbauspezialisten abgestimmt wurde, die für die Tragwerkskonstruktion verantwortlich waren.

Grenzenlose Kreativität?

Gerade bei der Realisierung derart komplexer Bauvorhaben ist eine exakt abgestimmte Teamarbeit von entscheidender Bedeutung für die reibungslose Umsetzung. „Jeder Fachbereich muss absolut verlässlich und mit seiner Kompetenz wie auch Erfahrung hundertprozentig funktionieren“, unterstreicht Jochen Moosmann das vernetzte Arbeiten zwischen dem Architekten, dem Bauunternehmen, den Fachingenieuren und MEVA. Wie bei allen Projekten steht auch bei der Sanierung des Kirchenensembles in Hebertshausen die kreative Arbeit am Anfang. Die Frage, inwieweit sich die Planer von technischen Grenzen in ihrer Arbeit im Vorfeld beeinflussen lassen, beantwortet Architekt Markus O. Kuntscher eindeutig: „Kreativität kennt primär keine technischen Grenzen – wenn wir in erster Linie an die Probleme des technisch Machbaren denken würden, dann gäbe es nur einen Bruchteil baulicher Innovation.“

Jedes Projekt als Herausforderung

„Genau das ist auch der spannende Punkt bei unserer Arbeit“, erklärt Alexander Schmid, der am Computer an detaillierten Lösungen feilt, um auf den ersten Blick unmögliche Konstruktionen am Ende dann doch umsetzbar zu planen. Kreativität und Erfahrung spielen auch in diesem Projektteil eine entscheidende Rolle. Schließlich stellten sich auch ganz profane Fragen bei der Planung: Wie kann die Sonderkonstruktion so auf der Straße angeliefert werden, dass kein teurer Sondertransport mit Überbreite notwendig wird? „Die Planung hört eben nicht an der Schreibtischkante auf“, lacht Schmid und ergänzt: „Unsere Aufgabe ist es, alle Möglichkeiten vorher durchzuspielen, damit auf der Baustelle alles reibungslos läuft.“

Das Ergebnis zählt

Auch für die Bauleiterin des ausführenden Rohbauunternehmens Anna Kretzmann von Zechbau ist die Kirche in Hebertshausen ein besonderes Projekt: „Die genaue Abstimmung der Höhenlage des Baubehelfs als Auflagefläche für die Sonderschalung zählte zu den schwierigsten Aufgaben bei diesem Projekt. Mit der Planung der Sonderkonstruktion von MEVA waren wir daher sehr zufrieden!“ Bei aller Zuversicht, was die zukünftigen Möglichkeiten betrifft, gibt die Baufachfrau zu bedenken: „Ich halte die Prüfung der Machbarkeit in der Praxis parallel zur Planung für essenziell wichtig. Teilweise werden in der Bauwirtschaft Grenzen erreicht, die ohne detaillierte Planung zunächst nicht erkennbar sind.“ So werden entsprechende Lösungen von der „Soko Haiterbach“ erarbeitet, um auch künftig den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Unterm Strich sind sich die Fachleute einig: Je komplexer und anspruchsvoller das Bauvorhaben ist, umso wichtiger ist eine frühe und genau abgestimmte Teamarbeit – damit der Balanceakt zwischen Kreativität und technisch Machbarem gelingt.

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    Referenzen mit höchsten Anforderungen an Betonoberfläche, Schalung und Schalhaut. Sichtbeton und anspruchsvolle Geometrien sind gefragt.

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    Referenzen mit Schalungslösungen für Hochhäuser und Wolkenkratzer: Schalen bei wenig Platz, mit oder ohne Kran, bei höchster Sicherheit. MEVA Ingenieure liefern die gesamte Schalungslösung.

  • Kompetenzfeld Ingenieurbau (3.14 MB)

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  • Kompetenzfeld Wirtschafts- und Wohnungsbau (2.70 MB)

    Betriebsgebäude, Hallen, Büros, Einfamilienhäuser, kommunale Einrichtungen, Wohnanlagen, Parkhäuser oder Einkaufspassagen und Mehrfamilienhäuser: Referenzen bei denen Wirtschaftlichkeit, Schnelligkeit und Sicherheit bei hervorragenden Betonierergebnissen zählen.

 
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    Der Spezialist für Arbeitsplatzsysteme und Mess-, Test- und Prüfanlagen erfi Ernst Fischer GmbH & Co. KG aus Freudenstadt steht weltweit für Innovation, Ergonomie und Arbeitsplatzsicherheit.

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