DATEN & FAKTEN

Der Güterbahnhof in Tübingen: eine Ausschreibung, die es in sich hatte

Projekt: Stützmauer am Güterbahnhof Tübingen. Wandstärken 25 cm bis 84 cm, Höhen 2,79 m bis 7,45 m. Anforderungen an die Betonoberfläche: SB 2 und Brettstruktur

Bauherr: aurelis Real Estate GmbH, Tochter der DB Immobilien AG, Eschborn

Bauunternehmen: Reiner Schädler GmbH Bauunternehmen, Lichtenstein

MEVA Systeme: Wandschalung Mammut 350 mit Frischbetondruckaufnahme 100 kN/m², Vollkunststoff-Platte alkus, Aufgedoppelte Brettschalung

Schalungsplanung: MEVA Schalungs-Systeme, Haiterbach

 
 
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Projekt

Bis an die Grenze des technisch Machbaren

Stadtentwicklung am Güterbahnhof in Tübingen: Stützmauer mit Höhen bis 7,45 m, Neigung 1:10 und Verjüngung von 84 cm auf 25 cm

Das innerstädtische Gelände am Güterbahnhof der Universitätsstadt Tübingen wird neu erschlossen und unter modernen sozialen, energetischen und ökologischen Gesichtspunkten zu einem neuen Wohn- und Geschäftsgebiet entwickelt. Im Rahmen der umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen musste auch eine Stützwand entlang der Bahnlinie errichtet werden.

Die Ausschreibung hatte es in sich: eine 115 m lange Wand mit wechselnden Höhen von 2,79 bis 7,45 m, unten 84 cm stark, nach oben auf 25 cm verjüngt, auf einer Seite mit einer Neigung von 1:10. Dazu SB 2-Anforderungen auf der geraden Seite und Brettmuster auf der geneigten Oberfläche.

„Da war uns schnell klar: mit Standardschalung und herkömmlicher Planung kommen wir nicht weiter,“ berichtet Reiner Schädler, Inhaber der Bauunternehmung Schädler GmbH aus Lichtenstein. „Wir brauchen einen Partner, der dieses sehr komplexe Projekt technisch versteht und uns nicht nur die richtige Schalung liefert, sondern auch die richtige Lösung. Mit Helmut Baumgart und seinen Ingenieurkollegen bei MEVA fanden wir die richtigen. Vom ersten bis zum 13. Takt hat alles funktioniert, obwohl wir mit der Schalung bis an die Grenzen des Machbaren gingen.“

100 kN/m² Betondruckaufnahme der Mammut 350 ausgereizt
Betoniert wurden die variierenden Wandabmessungen mit nur zwei Elementhöhen der Industrieschalung Mammut 350 – eine Erleichterung für die Planung und Logistik. Die Höhe der Betonagen verlangte nach Sicherheit. Um den Frischbetondruck auf die Schalung genau im Auge zu behalten, wurden Ankermeßdosen angebracht und die Betoniergeschwindigkeit bei Bedarf angepasst. So konnte die Lastaufnahme
der Schalung stets vollständig und sicher ausgenutzt werden.

SolidCheck im Einsatz, um Erstarrungsende von Beton zu messen
Um die Betonagen genau planen und zügig durchführen zu können, wurde das Messgerät SolidCheck eingesetzt. Es misst das Erstarrungsende des angelieferten Betons und erlaubt somit eine genaue Berechnung der maximal zulässigen Betoniergeschwindigkeit. Da SolidCheck das Erstarrungsende in Echtzeit unter realen Bedingungen misst, ist das Ergebnis akkurat und nicht Pi-mal-Daumen. Die Betoniergeschwindigkeit lässt sich dann nach DIN 18218 einfach und sicher bestimmen.

Außenrüttler an geneigten Wänden
Die Verankerung der geneigten Schalungsseite war dank der MEVA Gelenkflanschmutter kein Problem. Aber wie verdichtet man richtig und sicher bei geneigten Wänden? Mit Innenrüttlern erreicht man problemlos den Beton an der geraden Seite der Wand – aber nicht am dickeren Fußende. Die MEVA Ingenieure griffen hier zu einer bewährten und sicheren Methode: dem Außenrüttler. Problem gelöst.

Das Fazit von Polier Denis Schnabel nach Hunderten Quadratmetern sauberer Betonoberfläche, 13 Takten bis 7,45 m Höhe und sehr schnellen Betonagen fällt markant aus: „Die Mammut hält, was sie verspricht!“

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